BERiD bei der Länderkonferenz „Unterricht für Kinder von beruflich Reisenden“

Berlin. Jährlich treffen sich die hierfür zuständigen Referenten/innen der jeweiligen Schulministerien zur Länderkonferenz „Unterricht für Kinder von beruflich Reisenden“. In diesem Jahr tagte die Länderkonferenz am 15. und 16. Januar in Berlin
im Rahmen des Bundesverbandstages des BSM.
In der – die gemeinsame Sitzung von Länderkonferenz sowie Verbänden und Eltern vorbereitenden – BERiD-Sitzung „Arbeitskreise Circus/Schausteller“ unter der Leitung von Jürgen Hein (BERiD) und Helga Sinner (SiC) am 15. Januar
hatten die über 30 anwesenden Eltern und Verbändevertretungen die Möglichkeit, ihre Anliegen darzustellen und Themen
für die gemeinsame Sitzung zu benennen. Angesprochen wurden u.a. die jährliche Datenerhebung, Schüleraufnahme und -benotung, Verkürzung der Anwesenheit an der Stammschule durch Weihnachtsgeschäft und ggf. Jahresurlaub, die schwierige Vereinbarkeit von Reise und Abschlussprüfungen, die wünschenswerte bundesweite Angleichung der Aufgabenfelder der Bereichslehrkräfte, deren wichtige Rolle als Bindeglieder zwischen den reisenden Familien sowie Stamm- und Stützpunktschulen auch bei einer künftigen Digitalisierung des Schultagebuchs betont wurde.
In der anschließenden gemeinsamen Sitzung wurden die Teilnehmenden durch die Vertreter des Ministeriums aus Nordrhein-Westfalen mit dem Sachstand des Projektes DiGLu (Digitales Lernen unterwegs)vertraut gemacht, das in
diesem Jahr in sechs Bundesländern als Pilotprojekt starten wird (www.diglu.de).
Ferner wurden die in den BERiD-Arbeitskreisen angesprochenen Themen und Hinweise der Länderkonferenz vorgetragen.

BERiD stellte außerdem der Länderkonferenz den aktuellen Sachstand der BERiD-Konzepte „Frühkindliche Bildung für Kinder beruflich Reisender“ und „Berufsbildung für Jugendliche aus Circussen“ vor und informierte über die von der Bezirksregierung Arnsberg entwickelte Möglichkeit, angehenden Lehrkräften in Studium und zweiter Ausbildungsphase frühzeitig die Thematik der Bildungsnotwendigketen reisender Kinder nahezubringen. Ferner regte BERiD die Unterstützung der bisherigen schulischen Angebotsstruktur durch ergänzende Maßnahmen an (mobile nachmittägliche Förderangebote, Einsatz von Lernpaten, Intensivphasen wie z.B. Wasenschule, Ausbau des begleiteten und begleitenden digitalen Lernens sowie insbesondere Ausbau des Bereichslehrersystems und Stärkung der Rolle der Bereichslehrkräfte). Die Länder wurden gebeten, bei der Weiterentwicklung länderspezifischer individueller Schulförderkonzepte die Belange reisender Kinder zu berücksichtigen, die i.d.R. keine vorschulischen Einrichtungen besucht haben.

Autoren:
Helga Sinner (Schule im Circus e.V.)
Jürgen Hein (BERiD-Präsident)