Informell erworbene Kompetenzen

Informell erworbene Kompetenzen

Schaustellerkinder werden in Familie und Betrieb groß. Sie erwerben im Vergleich zu ihren sesshaften Altersgenossen zahlreiche zusätzliche Kompetenzen und üben sie in berufliche Abläufe ein. Bislang sind diese informell erworbenen Kompetenzen im schulischen und berufsschulischen Kontext unberücksichtigt geblieben. Es könnte auch aus Gerechtigkeitsgründen an dieser Stelle für Schaustellerkinder ein Vorteil definiert werden, der sich aus der Symbiose von familiärem und beruflichem Zusammenleben ergibt – ähnlich, wie bei anderen kleinen Familienbetrieben, in deren Abläufe Kinder auch von klein auf eingebunden werden.

Beispiel
Die Schüler und Schülerinnen sind in der Lage,
Ware zu beschaffen und dabei ökonomische, rechtliche und ökologische Aspekte zu berücksichtigen:

Ökonomische Aspekte:
Mengen, Lagermöglichkeit, Haltbarkeit, Boni, Skonti, Rabatte, verfügbare Geldmittel, Zahlungsbedingungen, Umschlaggeschwindigkeit…..

rechtliche Aspekte
Hygiene, Gewährleistung, Gesundheit, Vertragsabwicklung (mündl., schriftlich, elektronisch, Fax..), Vertrags- und Handelsrecht, Steuerrecht……………..

ökologische Aspekte
Entsorgung, Herkunft, Herstellungsverfahren, Umweltbelastungen (Umweltbilanz), Gesetze, Verordnungen……………………..

Kommentar:
Dieser Kompetenzbereich gehört hinsichtlich seiner Basisabläufe insbesondere in den kaufmännisch orientierten Schaustellerbetrieben zum Alltagswissen der Kinder und Jugendlichen.

Ware zu beschaffen, ist für jeden Schausteller der Kern des Geschäftserfolgs. Dieser Kompetenzbereich kann deutlich machen, über welche Kompetenzen Schausteller in der Regel in diesem Bereich von Kindes Beinen an verfügen.

Natürlich müssen viele Teilbereiche mit differenziertem Wissen unterlegt werden. Das wäre Aufgabe entsprechender Lerneinheiten.