Schulbesuch im Ausland

Gemäß der bisherigen Vereinbarungen auf der Ebene der Kultusministerkonferenz der Länder der Bundesrepublik Deutschland ist die Stammschule ganzjährig für die schulische Betreuung der Kinder zuständig. Während der Reisezeit übernehmen die Stützpunktschulen die Unterrichtsaufgaben; sie werden – soweit vorhanden – durch Bereichslehrkräfte unterstützt.

Für im Ausland reisende Kinder ist der Besuch von Stützpunktschulen in der Regel nicht durchführbar. Die bereits in Deutschland durch die zahlreichen Schulwechsel entstehende Belastung würde vor dem Hintergrund unterschiedlicher Schulsysteme noch größer. Hinzu kommen die erheblichen Schwierigkeiten durch die fremden Sprachen, Kulturen und Bildungstraditionen.

Von daher ist ein Kurzzeitschulbesuch an Schulen im Ausland kaum durchführbar und nicht zweckmäßig. Bei Langzeitaufenthalten (mehr als 3 Monate) sollten allerdings auf jeden Fall Schulen im Ausland besucht werden, auch mit dem Ziel, die dortige Sprache zu erlernen und kulturelle Erfahrungen zu machen. Nur ausnahmsweise, z.B. in den Niederlanden, lässt sich im Ausland ein Schulbesuch in deutscher Sprache auf der Reise organisieren.

Vor diesem Hintergrund stellt die Möglichkeit der Stammschule, den Ausfall des Schulbesuchs an Stützpunktschulen durch Fernunterricht zu kompensieren, eine realistische Perspektive und notwendige Maßnahme dar. Dabei muss auf Seiten aller Beteiligter – der Schule, der Kinder und der Eltern – eine hohe Motivation und Selbstdisziplin vorausgesetzt werden. In der Regel wird die Unterstützung einer zuständigen Bereichslehrkraft bei der Organisation eines Fernlernangebots sowie bei der Lernplanerstellung wünschenswert sein.

Ein solcher durch Fernunterricht getragener Unterricht kann sich stützen u.a. auf

  • Lernpakete, die die Schule dem Schüler/der Schüler zu Beginn der Reisesaison mit auf den Weg gibt. Lernpakete enthalten Schulbücher, Arbeitshefte und –blätter, ggfs Literatur sowie Lernpläne für möglichst viele Fächer
  • auf Telefonkontakte, die von der Schülerseite mit den schulischen Ansprechpartnern zu halten sind
  • E-Mail-Korrespondenz, mittels der Unterrichtsmaterialien ausgetauscht werden können
  • und Internet gestützte Angebote, wie sie bei der Schule für Circuskinder und LARS angeboten werden.

 

Manchmal wünschen sich die Eltern einen in Bildungsfragen kundigen Deutsch sprechenden Gesprächspartner im besuchten Land. In Einzelfällen sind die deutschen Schulen im Ausland ansprechbar (z.B. Stockholm), oder sie haben bereits Kinder beruflich Reisender betreut (z.B. Brüssel). Schulgeld wurde bislang nicht erhoben. Das zuständige Referat der Kultusministerkonferenz (Berlin) hat seine Unterstützung bei der Vermittlung von Kontakten zugesagt.
Die deutschen Schulen im Ausland sollten über die Situation der Kinder beruflich reisender informiert werden.

Die schulische Betreuung der Kinder liegt zunächst im Verantwortungsbereich der Eltern. Nicht in jedem Land und in jeder Region gibt es deutsche Auslandsschulen. Staatliche Unterstützung kann nicht in allen Fällen zugesichert werden.