Planmäßiger Präsidentenwechsel bei ENTE

Planmäßiger Präsidentenwechsel bei ENTE
ENTE fordert neue EU-Bildungsentschließung

Wiesbaden. In der Mitgliederversammlung am 17. Oktober 2014 wurde planmäßig ein neues ENTE-Präsidium gewählt. Neuer Präsident wurde Jan Roest, Vorsitzender des Vorstands der Stichting Rijdende School (Geldermalsen, NL) und Direktor der fahrenden Schule. Zur neuen Vizepräsidentin wählten die ENTE-Mitgliedsverbände Annette Schwer, Leiterin der Schule für Circuskinder (Hilden, D) . Als Schatzmeisterin fungiert weiterhin Helga Sinner, Geschäftsführerin des Vereins „Schule im Circus e.V.“ (Düsseldorf, D). (siehe Bild unten)

Wie der scheidende ENTE-Präsident, Martin L. Treichel, berichtete, ist ENTE inzwischen ein international beachteter Partner in Fragen der Schulbildung reisender Kinder in Europa geworden.
Dazu haben die zahlreichen Kontakte zu Eltern, Ministerien, Schulen und Politik beigetragen sowie die ENTE-Präsenzen auf internationalen Veranstaltungen des Schausteller- und Circuswesens.
ENTE hat seinen Auftrag, Ansprechpartner und Sprecher für das Recht auf Bildung reisender Kinder auch dadurch weiter entwickelt, dass die Organisation immer wieder Impulse in die nationalen Ebenen gibt.
So hat ENTE die Projekte „Lernpaten“ und „Ergänzende Lernorte“ konzipiert. Seine Unterstützungsleistungen für reisende Eltern, Kinder, Schulen und Lehrkräfte baut ENTE nach und nach durch Service Points aus.
Dabei handelt es sich um Menschen oder Einrichtungen, die einen Überblick über die Bildungsstruktur ihres Landes haben und die Eltern hinsichtlich möglicher Schulen beraten und Kontakte ins Ausland herstellen können.

Denn nicht in allen europäischen Ländern gibt es spezifische Bildungsangebote für reisende Kinder. Und manchmal wird ihnen auch von Schulen die Aufnahme verweigert. Dann nimmt ENTE über den dortigen Service Point Kontakt mit der Schule oder auch mit der Schulaufsicht auf, um den Schulbesuch zu ermöglichen.
Zur Zeit sucht ENTE übrigens noch Interessenten/-innen für Service Points in Österreich, Luxemburg, Tschechien, der Slowakei und Polen.

In den letzten 25 Jahren ist die Zahl der EU-Länder auf 28 angewachsen. Die jüngsten Generationen der Beitrittsländer haben wenig über die Bildungsanstrengungen erfahren, die die ersten EU-Länder für reisende Kinder unternommen haben.
Deshalb sieht das ENTE-Präsidium einerseits die Notwendigkeit, die später hinzugekommenen Länder auf die Entschließung des Rates der Bildungsminister vom 22.5.1989 aufmerksam zu machen.
Andererseits haben sich seit 1989 die gesellschaftlichen, technischen und pädagogischen Rahmenbedingungen deutlich verändert.
Neue Technologien haben ihren Einzug auch in die Schulen gehalten. Sie bedeuten für reisende Kinder gute Chancen, mehr Lernzeiten unabhängig von festen Schulen zu gewinnen.
ENTE fordert deshalb die EU-Kommission auf, eine neue Entschließung für die schulische Bildung der Kinder beruflich Reisender zu formulieren.
ENTE bietet dazu seine fachliche Mitarbeit an.

Bild oben: von links Jan Roest und Martin Treichel
Bild unten: neues ENTE-Präsidium