Das Schulmobil „Klasse“ auf der Schaustellermesse „Interschau“ in Augsburg

Augsburg. Das Schulmobil „Klasse“, ein Kooperationsprojekt zwischen dem Bildungswerk des Deutschen Schausteller Bundes und der Bezirksregierung Arnsberg, hatte beim diesjährigen Delegiertentag der Schausteller in Augsburg seinen festen Platz auf der Schaustellermesse „Interschau“ im Kongress- und Messezentrum.

Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schausteller Bundes (DSB), brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass das rollende Klassenzimmer auch in Augsburg beliebter Anlaufpunkt für alle Informationen zu Bildung und Ausbildung für reisende Kinder und Jugendliche war.
Viele Messebesucher nutzten die Möglichkeit, sich über die mobile Lernbegleitung zu informieren und einen Blick in das Schulmobil zu werfen.
Zwei Lehrkräfte zeigten und erklärten ihre Arbeit mit und im Schulmobil, das auf Volksfesten direkt auf den Wohnwagenplätzen der Schausteller platziert wird. Sie berichteten von den Vorteilen dieser zusätzlichen Lernbegleitung und spiegelten das hohe Maß an Akzeptanz bei ihren kleinen und großen Schülern und über die ihnen entgegengebrachte Wertschätzung der Schaustellerfamilien.

Auch die Angebote der Berufskollegs der Stadt Herne für berufsschulpflichtige reisende Jugendliche wurden präsentiert. Die speziellen BEKOSCH-Berufsbildungslehrgänge (Entwicklung beruflicher Kompetenzen für Schausteller und Circusangehörige) werden im Winter als Block- und Fernunterricht im kaufmännischen und gewerblichen Bereich angeboten. Mit dem Besuch von frei wählbaren Lehrgängen über mehrere Jahre ist die Berufsschulpflicht abgegolten. Diese Lehrgänge können von jugendlichen Schaustellern aus allen Bundesländern besucht werden.

Abgerundet wurde die Präsentation der Bildungsarbeit der Bezirksregierung Arnsberg durch die Vorstellung der ersten Ergebnisse des EU-Projektes „INVET-Informal Vocational Education of Travellers“ der EU-Geschäftsstelle in der Schulabteilung der Bezirksregierung Arnsberg.
Im Arbeitskreis Bildung und im Arbeitskreis Zukunft des Delegiertentages stellte Karsten Mielke, schulfachlicher Dezernent für Berufskollegs der Bezirksregierung Arnsberg, das Projekt vor.
Ziel des INVET-Projektes ist es, jugendlichen Schaustellern zu ermöglichen, ihre außerhalb des formalen Bildungssystems in den Familienbetrieben erworbenen beruflichen Kompetenzen feststellen und anerkennen zu lassen. Karsten Mielke übergab das erste INVET-Erfahrungszertifikat im Rahmen der Sitzung des Arbeitskreises Zukunft im Beisein des DSB Präsidenten Albert Ritter an den Schausteller Lukas Hoster aus Dortmund.

Die Präsentation des INVET-Projektes in den Arbeitskreisen, die Vorstellung der Berufsbildungslehrgänge für Jugendliche und die Begegnung mit dem Schulmobil führten zu interessierten Nachfragen und Folgegesprächen rund um das Thema Beschulung und Bildung für Kinder und Jugendliche auf der Reise.
Ein Thema, das allen am Herzen liegt.

Text von A. Schmidt-Huckebrink