Schule für Circuskinder – Annette Schwer im Ruhestand

Sie ist die „Gründungsrektorin“ der Schule für Circuskinder NRW.
Ausgehend von einer Entschließeung des Rates der Bildungsminister der Europäischen Union vom 22.5.1989 hat das Land Nordrhein-Westfalen die Errichtung der „Schule für Circuskinder NRW“ genehmigt.
Die Trägerschaft wurde von der Evangelischen Kirche im Rheinland übernommen.  Damit wurde dieser im Bildungsbereich benachteiligten Kindergruppe  erstmals Chancengleichheit in Bildungsfragen gewährt. 

Der wöchentliche Wechsel des Spielorts des Circusses und kein fester wiederkehrender Winterstandort mit einer dort verantwortlichen Stammschule machte die Errichtung einer besonders innovativen Schule notwendig. Es sollte eine Schule sein, die auf diese besondere Lebensstruktur der Kinder – das Mitreisen – zugeschnitten ist.

Die inzwischen im 27. Jahr ihres Bestehens hoch anerkannte Schule wurde zur Vorreiterin einer aufsuchenden Pädagogik. Schulorganisation, Didaktik und Methodik des Lernens wurden auf diese Kindergruppe ausgerichtet.
Die Lehrer*innen der Schule für Circuskinder besuchen zwei Tage pro Woche einen Circus und arbeiten mit den Kindern, geben ihnen für die weiteren drei Tage Hausaufgaben auf und betreuen sie über Fernlernen. 

Bereits vor Jahren haben Absolventinnen der Schule für Circuskinder ihr Abitur. Das Schulkonzept wurde in Kooperation von Schule und Schulträger entwickelt. Annette Schwer war dabei die zentrale Persönlichkeit, die Motor und Impulsgeber war.
Durch den von ihr erteilten Unterricht war sie selbst immer mit den Schwierigkeiten und Nöten der Circuskinder konfrontiert und fand auch immer wieder Lösungen.
Die politischen Rahmenbedingungen für besondere Schulkonzepte beeinflusste sie durch ihre Mitarbeit in EFECOT und ENTE, den europäischen Bildungsorganisationen für reisende Kinder.
Sie arbeitete bei BERiD, dem Bundesverband für die Bildung reisender Kinder mit und kooperierte mit der Konferenz der Länderkultusministerien.

BERiD dankt Annette Schwer für nahezu 30 Jahre engagierte Arbeit für die Bildung der Circuskinder in Deutschland und die Mitarbeit bei BERiD.

Quelle: Martin Treichel, BERiD-Ehrenpräsident