„Auf einen Crêpe mit dem Minister“

„Kommen Sie doch mal bei uns auf dem Platz vorbei!“

So oder ähnlich lautete die Einladung der „Landtagsreporter“ an den niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne.
Die Landtagsreporter waren während des Herbstmarktes auf dem hannoverschen Schützenplatz mit Bereichslehrkräften auf Einladung der Landesinitiative n-21 im Rahmen des Projekts Landtag-Online.
Die zugeordnete Patin Frau Landtagsabgeordnete Wille-Hamburg begleitete den Besuch einer Sitzung des Landtags und die Jugendlichen dokumentierten ihre Gespräche und Erfahrungen. Und dabei trifft man eben manchmal zufällig auf den zuständigen Minister, in diesem Fall den Kultusminister.

Und so kam es zu dessen plötzlichem Besuch im Anschluss an eine Sitzung des Landtags auf dem Schützenplatz beim Schulwagen.
Dieser ist seit Jahren anerkannter außerschulischer Lernort in Hannover und die Kinder und Jugendlichen werden während der Festzeiten von Bereichslehrkräften, ehrenamtlich als Lernpaten tätigen pensionierten Lehrkräften und Schulleitungen sowie pädagogischen Mitarbeiterinnen einer benachbarten Grundschule unterstützt.
Der Förderverein sorgt für die Bereitstellung und Unterhaltung.des Schulwagens.

Und er hatte sich richtig viel Zeit genommen: Mehr als 70 Minuten für  einen ausführlichen und intensiven Austausch mit den Kindern und Jugendlichen und den Bereichslehrkräften und Betreuerinnen und Betreuern.  Und so konnte er die gesamte Breite der Beschulungs-möglichkeiten, die sich zum Zeitpunkt eines Festes an einem Ort zusammenfinden, im direkten Austausch kennenlernen:
Von der „Schule für Circuskinder“, der zeitweisen Beschulung durch Privatlehrer, dem Besuch der reisenden Schule in Hessen, bis zum Besuch von Stamm- und Stützpunktschulen.
Da er viel entspannte Zeit mitgebracht hatte, konnte er auch DigLu in der Praxis erleben und sich ebenfalls der Schilderung der konkreten Situation in den Stützpunktschulen widmen.
Da wurde von engagierten Lehrkräften erzählt, aber auch von dem Problem der Dopplung von Lerninhalten, weil die Schulen nicht immer auf den Lernstand der Kinder und Jugendlichen eingehen.
„Das besprechen sie doch mit der Schule?“ war dann die Nachfrage an die Tätigkeit der Bereichslehrkräfte. Anwesende Mütter hatten die Gelegenheit wirklichkeitsnah von ihren alltäglichen Problemen im Beruf und mit den Schulen zu berichten und Briefe zu übergeben.

Und für einen bleibenden Eindruck gab es zum Schluss noch einen süßen Crepe bevor er sich wieder auf den Weg in den ministeriellen Alltag  machte.

Text und Fotos: Jürgen Hein, Präsident von BERiD e.V.

Foto oben: Minister Grant Hendrik Tonne besucht den Schulwagen in Hannover

Foto unten: Bereichslehrkraft Ralf Küper übergibt Elternbriefe