EU-Empfehlung zur Verbesserung der Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen verabschiedet

-Europäischer Rat zieht Lehren aus der COVID-19-Pandemie

-Gruppe der Beruflich Reisenden nach Intervention in Resolution aufgenommen

-ESU dankt Bindungsnetzwerk ENTE, ECA, Nationalverbänden und Kirchen

Der Europäische Rat hat mit Blick auf die COVID-19-Pandemie Ende November 2021 eine Empfehlung zu Blended-Learning-Ansätzen für eine hochwertige und inklusive Primar- und Sekundarbildung angenommen. Blended Learning oder Integriertes Lernen bezeichnet eine Lernform, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellen Präsenzveran-staltungen und modernen Formen von E-Learning (Onlineunterricht) anstrebt.   
In der Empfehlung werden sowohl kurzfristige als auch langfristige Maßnahmen vorgeschlagen, die über eine direkte Antwort auf die Corona-Krise hinausgehen.
Unter anderem wird den Mitgliedstaaten empfohlen, Lernende beim Aufholen von Inhalten zu unterstützen, die sie durch teil- oder zeitweise geschlossene Schulen versäumt haben, und die Entwicklung ihrer digitalen Fertigkeiten und Kompetenzen (ebenso wie die ihrer Familienangehörigen) zu stärken.
Ferner wird den Mitgliedstaaten empfohlen, Blended- Learning-Ansätze in die Ausbildung von Lehrkräften und deren Programme zur beruflichen Weiterbildung einzubetten, in Hochgeschwindigkeitsinternetverbindungen in Schulen und Fernlernumgebungen zu investieren und die EU-Mittel und das Fachwissen für Reformen und Investitionen in Infrastruktur, Instrumente und Pädagogik voll auszuschöpfen.

Erfolg durch Zusammenarbeit

„Der Wert des Unterrichts in der Schule und des Präsenzunterrichts“, so erklärte der Europäische Rat am 20. November 2021 in einer Pressemeldung, „wird uneingeschränkt anerkannt, jedoch bieten Blended-Learning-Ansätze auch über die Pandemie hinaus die Möglichkeit, die Qualität, Relevanz und Inklusivität der allgemeinen und beruflichen Bildung zu verbessern, z. B. durch ein besseres Lernangebot in ländlichen und abgelegenen Gebieten, einschließlich Regionen in äußerster Randlage und Inselgemeinden, sowie für andere Lernende, die die Schule möglicherweise (vorübergehend) nicht in Vollzeit besuchen.“ Hierzu zählt der Europarat unter anderem „Reisende oder beruflich Reisende“.

Die Aufnahme des Passus „Reisende oder beruflich Reisende“ in die Endfassung der Resolution ist einer gemeinsamen Intervention des Europäischen Bildungsnetzwerkes ENTE, der ESU und ihrer nationalen Verbände, der ECA sowie der katholischen und evangelischen Kirchen zu verdanken.
Im ursprünglichen Entwurf waren „beruflich Reisende“ nicht aufgeführt. Nina Crommelin, stellvertretende Generalsekretärin und Bildungsbeauftragte der ESU und zugleich ENTE-Gründungsmitglied, nannte die Aufnahme der Gruppe der „beruflich Reisenden“ als einen „großen Erfolg“, der nur durch den kurzfristigen Einsatz aller Beteiligten möglich gewesen sei.
Innerhalb einer Woche sei es gelungen, die jeweiligen Bildungsattachés der verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel auf die Unstimmigkeiten aufmerksam zu machen und erfolgreich zum Handeln aufzufordern.
Nina Crommelin: „Die Empfehlung des Europarates ist ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung der Bildungschancen von Kindern beruflich Reisender. Sie ist eine starke und wirkungsvolle Argumentationshilfe für die Verbesserung der Bildung von Kindern beruflich Reisender in den einzelnen EU-Mitgliedsländern.“

ESU-Präsident Albert dankte dem Bildungsnetzwerk ENTE, den Nationalverbänden, der ECA und Kirchen für ihr Engagement „zum Wohle der Zukunft unserer Jugend.“

Weitere Informationen:

https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-  releases/2021/11/29/drawing-lessons-from-the-pandemic-council-adopts-recommendation-on- blended-learning/

Stichwort: Blended Learning

Blended Learning oder Integriertes Lernen bezeichnet eine Lernform, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellen Präsenzveranstaltungen und modernen Formen von E-Learning (Onlineunterricht) anstrebt. Das Konzept verbindet die Effektivität und Flexibilität von elektronischen Lernformen mit den sozialen Aspekten der Face-to-Face- Kommunikation sowie ggf. dem praktischen Lernen von Tätigkeiten. Bei dieser Lernform werden verschiedene Lernmethoden, Medien sowie lerntheoretische Ausrichtungen miteinander kombiniert.

Blended Learning zielt als Lernorganisation darauf ab, durch die geeignete Kombination verschiedener Medien und Methoden deren Vorteile zu verstärken und die Nachteile zu minimieren. Besonders wichtig ist, dass die Präsenzphasen und Online-Phasen aufeinander abgestimmt sind.
Quelle: Wikipedia

Textautor: Christoph Jansen, Kommunikation und Marketing, Deutscher Schaustellerbund e.V. Berlin